
Das Wichtigste in Kürze
Ziel der URBAN ARENA Seasonal Heat Storage ist es, Stadtwerke und weitere Wärmeversorgungsunternehmen bei der Realisierung von saisonalen Wärmespeichern und deren Systemintegration in Fern- und Nahwärmenetze zu unterstützen. Im Rahmen dieses Formates werden insbesondere Durchführbarkeitsstudien gefördert. Zudem sind umfangreiche Begleitaktivitäten wie z.B. ein Match-Making zwischen Stadtwerken und Forschungsakteuren, Exkursionen zu bisherigen Projektumsetzungen und ein laufender Erfahrungsaustausch zwischen den Stadtwerken geplant.
Die Aktivitäten innerhalb dieser Initiative werden zwischen Frühjahr 2025 und Ende 2026 stattfinden und sind eine Pilotaktivität im Rahmen der europäischen Partnerschaft Driving Urban Transitions.
Teilnehmende Stadtwerke
Die Gruppe der an der URBAN ARENA teilnehmenden Stadtwerke und Wärmeversorger hat sich gebildet. Teilnehmer sind 14 Stadtwerke, eine Wohnungsbaugesellschaft und eine Bürgergenossenschaft. Liste der Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge (Teilnehmer anklicken für Kurzbeschreibung):
Geplant ist die Errichtung eines Erdbeckenspeichers in der Größenordnung 200Tm³. Es sind bereits zwei mögliche Standorte identifiziert worden, die für die Errichtung des Speichers in Frage kommen. Ein Transformationsplan nach BEW Modul 1 liegt vor.
Es soll ein Erdbeckenspeicher mit einem Inhalt von mindestens 87Tm³ errichten werden. Im Rahmen der Transformationsplanung sind 2 Standorte betrachtet worden und eine erste Grobauslegung des Erdbeckenspeichers ist durchgeführt worden.
Rund um das Rathaus Tempelhof entsteht in den kommenden Jahren das Stadtquartier „Neue Mitte Tempelhof“ mit Nahwärmeversorgung. Es soll ein geeignetes Aquiferspeicher-system entwickelt werden. Explorationsbohrungen sind für Q3/2025 geplant.
Der Wärmebedarf von Bestandsquartieren am Kottbusser Tor soll durch kaltes Wärme-netze, dezentrale WP sowie in Aquiferspeicher (Horizontalfilter-brunnen) zu speichernder Umweltwärme gedeckt werden. Umfangreiche Vorstudien und Planungen liegen vor.
Es soll die Machbarkeit geprüft werden, ob ein gering genutztes Binnenhafenbecken von ca. 70.000 m³ als saisonaler Wärmespeicher umgewidmet werden kann. Zu dem geplanten Vorhaben liegen bislang lediglich erste konzeptionelle Überlegungen vor.
Es soll ein Hochtemperatur-Aquiferspeicher realisiert werden, der Abwärme einer MHKW speichert. Hierzu bedarf es einer Verbindung des Nahwärmenetzes an das Fernwärmenetz. Eine Potenzialstudie zeigt die sog. Brüsseler Sande als attraktiven Zielhorizont.
Es soll ein Wärmenetzsystem mit 100% EE unter Berücksichtigung der Sektorkopplung realisiert werden. Das Projektgebiet umfasst die historische Altstadt, das Schulzentrum sowie weitere Bestandsgebiete. Ein BEW-Förderantrag Modul 1.1 ist gestellt.
Es wird ein ein Sondenfeld mit 60 Bohrungen zu je 300 m Tiefe erschlossen, Bohrungen laufen. Im Zuge der Machbarkeitsstudie nach BEW 1 ist eine Probebohrung durchgeführt worden. Die die Möglichkeiten einer Überwärmung des Erdreiches soll untersucht werden.
ST, WP und PtH-Anlagen werden derzeit in ein Wärmenetz integriert. Als mögliche Nutzung einer freien Fläche wird ein Erdbeckenspeicher favorisiert. Ein Zusammenschluss zweier Wärmenetze ist in Umsetzungsplanung und Trafoplan für das Kombinetz liegt vor.
FWN Nord soll über ST-, PtH- und WW-WP-Anlagen dekarbonsiert werden. Die ersten Planungen gehen von einem Erdbeckenspeicher mit einem Volumen von 170.000 m³ aus. Standort ist gegeben. (BEW-)Transformationsplan ist nicht vorhanden.
BEW-Transformationsplan inkl. Vorstudie Saisonalspeicher liegt vor – Bedingungen für Saisonalspeicher sind schwierig. Dennoch werden sie als einen Baustein der erneuerbaren Wärme in Münsters angesehen. Trafoplan sieht Geothermie langfristig als wesentlich.
Es soll ein NWM im Dorf Müsen mit ca. 320 Hausanschlüssen realisiert werden. Vorstudie liegt vor. Wärme soll über ST- in Komb. Mit PtH-Anlagen erzeugt werden. Saisonale Speicherung ist mit Erdsondenwärmespeicher angedacht. Möglicher Standort ist definiert.
Es wurden zwei mögliche Standorte für 2 x 385.000 m3 Erdbeckenspeicher identifiziert. Fragestellungen bestehen bzgl. Grundwasserprob., Dimensionierung und Einbindung. Es liegen 3 Vorstudien vor und SWN hat Antrag für BEW Förderung Modul 1 gestellt.
Ein Aquiferspeicher zur Speicherung von Abwärme soll genauer untersucht werden. Vorstudien liegen vor. Ein Transformationsplan nach BEW ist aktuell in der Erstellung. Aktuell läuft eine Seismik-Design-Studie und die Planung einer Erkundungsbohrung.
Fokus liegt auf der Untersuchung eines Erdbeckenwärmespeicher, aber Alternativen sollen berücksichtigt werden. Der Speicher soll eine FW-WP ergänzen, die sich parallel in der Planung befindet. Es kommen zwei Flächen infrage. Der Trafoplan wird derzeit erarbeitet.
Es wurde Machbarkeitsuntersuchung erstellt und mit einer Plankostenkalkulation unter¬legt, jedoch beinhaltet die Untersuchungen noch keinen Saisonalspeicher. Verschiedene Speichertechnologien sind von Interesse. Der Standort ist mögl. Energiepark Wunsiedel.

Die Fragestellungen, die aufgrund der Umsetzungsvorhaben bei den Teilnehmern bestehen, wurden in einem Booklet zusammengefasst. Das Booklet wird den teilnehmenden Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt und die Fragestellungen gemeinsam innerhalb der URBAN ARENA diskutiert.
(Die Auswahl der teilnehmenden Stadtwerke ist erfolgt. Folgend eingehende Interessensbekundungen können bei Passfähigkeit aber weiterhin am Erfahrungsaustausch der URBAN ARENA teilnehmen.)
Experten aus der Forschung und Innovation
Eine Vielzahl von Experten aus der Forschung und Innovation haben ihr Interesse bekundet und Ihre Expertise innerhalb von Informationsblättern zur Verfügung gestellt. In Kürze werden hier Booklets zum Download bereitgestellt, die die Expertise der Forschung und Innovation im deutschsprachigen Raum im Bereich der Saisonalen Wärmespeicherung zusammenfassend darstellen.
Entsprechend der Expertisen der interessierten Experten werden diese nun zu den verschiedenen Match-Making und Erfahrungsaustausch-Formaten eingeladen.
(Die Phase der Interessensbekundungen der Experten zur Teilnahme an der URBAN ARENA ist ebenfalls beendet. Weitere Interessensbekundungen können wie leider nicht mehr berücksichtigen.)
Motivation
Saisonale Wärmespeicher sind ein wesentliches Element des zukünftigen Energieversorgungssystems. Deren Bedeutung wird durch die zunehmende Verknüpfung der Wärmeversorgung mit dem Stromsektor verstärkt.
Als Technologien bieten sich u.a. Erdbeckenspeicher, Aquiferspeicher und Bohrlochspeicher an. Standortspezifisch kommen auch Sonderlösungen wie etwa Kavernenspeicher in Frage.
Die Frage der Integration von saisonalen Wärmespeichern steht daher bei immer mehr Stadtwerken und Wärmeversorgern im Raum. Auf der anderen Seite liegen aufgrund der vielfältig geförderten Forschung in den letzten Jahren umfangreiche Expertise bei Experten aus Forschung und Entwicklung vor. Das Format URBAN ARENA schlägt eine Brücke, bringt die Akteure zusammen und fördert diese – zur Beschleunigung von Investitionsentscheidungen.
Die URBAN ARENA Seasonal Heat Storage soll als Katalysator für die vermehrte Umsetzung innovativer saisonaler Wärmespeicherlösungen dienen.
Nutzen
Schlussendlich werden aus der URBAN ARENA Fallstudien für konkrete Standorte hervorgehen, die aufzeigen werden, wie und bei welchen Gegebenheiten die Integration von saisonalen Wärmespeichern in Fern- und Nahwärmenetzen sinnvoll möglich sein kann. Damit wird für die breite Öffentlichkeit interessierter Wärmeversorgungsunternehmen und –dienstleister aufgezeigt, wie die Umsetzung saisonaler Wärmespeicherung gelingen kann.
Die teilnehmenden Stadtwerke und Wärmeversorger werden über einen Zeitraum von 1,5 Jahren begleitet und unterstützt. Dies erfolgt durch die Konkretisierung offener Fragestellungen zur technischen und wirtschaftlichen Umsetzung, das Match-Making und das Teambuilding mit entsprechenden Wissensträgern, die Durchführung von Fallstudien durch geeignete Forschungsakteure sowie den lfd. Erfahrungsaustausch mit anderen Stadtwerken sowie nationalen und internationalen Pilotprojekten.
Ziel ist es, dass Stadtwerke bezüglich jener Standorte, bei denen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit gegeben ist, in die Lage versetzt werden, in die konkrete Umsetzung zu gehen.
Experten aus Forschung und Entwicklung wird die Möglichkeit geboten innerhalb der URBAN ARENA mit Unternehmen in Kontakt zu kommen, mit diesen zusammenzuarbeiten und Ihre Expertise im Bereich saisonaler Wärmespeicherung zielgerichtet für die Transformation einzusetzen.
Ablauf der Aktivitäten
In einem ersten Schritt werden interessierte Stadtwerke und sonstige Wärmeversorger eingeladen, ihr Interesse an einer Teilnahme zu bekunden.
Aufgrund der Natur der Unterstützungsmaßnahmen (bilateraler Erfahrungsaustausch, Exkursionen, etc.) nehmen nun 16 Stadtwerke bzw. Wärmeversorgern an dieser Initiative teilnehmen. Relevante Auswahlkriterien waren insbesondere die Konkretheit der geplanten Maßnahmen sowie die Übertragbarkeit dieser Vorhaben auf andere Standorte bzw. Wärmeversorger.
Die entsprechenden Interessenskundgebungen sind bis Ende Mai 2025 eingegangen. Weitere Bewerbungen können aus organisatorischen Gründen nicht mehr berücksichtigt werden.
Um die Ziele dieser Initiative zu erreichen, werden die ausgewählten Stadtwerke bei der Konkretisierung der Inhalte der geplanten Durchführbarkeitsstudien und diesbezüglichen Fragestellungen unterstützt. Dies erfolgt durch den Projektträger Jülich sowie durch von diesem beauftragte Dienstleister.
Zeitgleich zur Konkretisierung der jeweils standortspezifischen Fragestellungen wird ein Expertenpool von FuE-Institutionen geschaffen, deren Vertreter sich in der nächsten Phase einbringen und auf deren Expertise die Bedarfsträger zurückgreifen können.
Eine Vielzahl an Interessenskundgebungen sind eingegangen. Weitere Bewerbungen können aus organisatorischen Gründen nicht mehr berücksichtigt werden.
In dieser Phase werden die Stadtwerke dabei unterstützt, aus diesem Expertenpool geeignete Partner für die Durchführung der Fallstudien auszuwählen. Dazu werden Workshops, Match-Making- und Austauschformate angeboten. Parallel hierzu wird ein Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Stadtwerken begleitet.
Nach Abschluss dieser Phase soll idealerweise jedes der teilnehmenden Stadtwerke eine Forschungsinstitution gefunden haben, mit der dieses zusammenarbeiten möchte.
Auf Grundlage des Match-Makings können Förderanträge für „Mikroprojekte“ im 8. Energieforschungsprogramm ausgearbeitet werden. Die Unternehmen werden dabei Standorte und Rahmenbedingungen für die geplanten Fallstudien zur Verfügung stellen.
In diesen Projekten soll die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von saisonalen Wärmespeichern an konkreten Standorten und deren Einbindung in das jeweilige Wärmenetz untersucht werden. Dies beinhaltet zudem die Möglichkeiten der Systemintegration in Netz und Erzeugungsanlagenportfolio sowie eine Wirtschaftlichkeitsabschätzung. Zudem können relevante, standortspezifische technische Detailfragen geklärt und die Übertragbarkeit der Ergebnisse adressiert werden.
Nicht Gegenstand dieser Projekte sind hingegen Grundlagenforschung, Technologieentwicklung, Transformationspläne oder Studien, die sich nicht auf konkrete Standorte beziehen. Gegenstand dieser Projekte sind hingegen standortbezogene Fallstudien, die als Positivbeispiele einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Parallel zur Durchführung der Durchführbarkeitsstudien ist eine Vielzahl an Begleitaktivitäten vorgesehen. Einerseits soll der Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Stadtwerken unterstützt (Arbeitskreise, Workshops, etc.), andererseits Vor-Ort Besuche bei nationalen und internationalen Best Practice Beispielen organisiert werden. Mögliche Exkursionsziele sind etwa Erdbeckenspeicher in Dänemark oder Aquiferspeicher in den Niederlanden.
Zudem ist ein Austausch mit Bedarfsträgern aus ähnlichen Initiativen und Förderprogrammen geplant, wie z. B. Österreich und der Schweiz. Diese Aktivitäten finden in der zweiten Jahreshälfte 2025 sowie im Jahr 2026 statt.
Die erzielten Ergebnisse werden nach dem Abschluss der Durchführbarkeitsstudien vergleichend ausgewertet und analysiert. Daraus sollen Umsetzungshindernisse identifiziert und Empfehlungen für weitere Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet werden.
Die URBAN ARENA Seasonal Heat Storage wird damit zum Katalysator für die vermehrte Umsetzung innovativer saisonaler Wärmespeicherlösungen.
Zeitplan
- Bis Ende Mai 2025 werden Stadtwerke und weitere Wärmeversorger zur Teilnahme an der URBAN ARENA gesucht. (abgeschlossen)
- Bis Sommer 2025 arbeiten die Stadtwerke – unterstützt durch die URBAN ARENA und im Austausch miteinander – die wesentlichen Fragestellungen und Herausforderungen aus. (abgeschlossen)
- Bis Ende Juli 2025 werden Experten aus Forschung und Entwicklung gesucht, die über Expertise im Bereich von saisonalen Wärmespeicher und deren Integration verfügen und diese in die URBAN ARENA einbringen möchten. (abgeschlossen)
- Am 16. und 17. September 2025 wird ein Matchmaking-Event der URBAN ARENA in Berlin stattfinden, um das Kennlernen zwischen Unternehmen und Forschenden zu unterstützen.
- Im Herbst 2025 bilden sich Teams aus Stadtwerken und Forschenden, welche die Fragestellungen gemeinsam weiter konkretisieren, woraus sich die Inhalte der geplanten Durchführbarkeitsstudien ergeben.
- Ende 2025 können entsprechende Förderanträge (einstufiges Verfahren, Mikroprojekte im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms) eingereicht werden.
- In 2026 sollen exzellente Projektvorschläge bei Pass- und Förderfähigkeit innerhalb des 8. Energieforschungsprogramms gefördert werden. Die ausgewählten Projektvorhaben können voraussichtlich März 2026 beginnen.
- Die Ergebnisse der Durchführungsstudien sollen 6 Monate nach Beginn der Arbeiten vorliegen (typische Laufzeit von Mikroprojekten) und werden Ende 2026 veröffentlicht.
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